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Somatic Experiencing®
Schwerwiegende Traumen werden oft als so Existenz bedrohend erlebt, dass sie starke körperliche Reaktionen auslösen und zu einem Gefühl von Ausgeliefertsein und Hilflosigkeit führen. Meist versuchen die Betroffenen, diese Erfahrungen „wegzustecken” und ins normale Leben zurückzukehren.
Neben den psychologischen Folgen sind es die veränderten Reaktionen des vegetativen Nervensystems, die gerade dies verhindern.
Schon kleine Ereignisse können nun dramatische und scheinbar unangemessene Reaktionen auslösen, die Toleranz für Stress ist gering geworden. Nun werden bestimmte Situationen gemieden, das Leben wird eingeschränkt und die menschlichen Beziehungen leiden.
Auch wenn der Betroffene keine Erinnerung mehr an das Ereignis hat, oder die Erinnerungen verständlicherweise meidet, können sich noch Jahre später körperliche und psychische Symptome manifestieren.
Panikattacken, Alpträume, Depressionen, Phobien oder Essstörungen, treten auf, deren Ursache oft gar nicht mehr mit dem Trauma in Verbindung gebracht wird.
Im Somatic Experiencing® ist es nicht notwendig, sich an das
Trauma zu erinnern, noch es in der ursprünglichen Art wieder zu
erleben.
Durch das Wiederherstellen des angemessenen Kontaktes zu den physiologischen Körperprozessen kommt es zu einer Neuorganisation des körperlich-seelischen Erlebens und damit zur Heilung.
In Gefahrensituationen schütten Tiere wie Menschen
Stresshormone (z.B. Adrenalin) aus, die Kampf- oder Fluchtreaktionen
ermöglichen. Diese Reaktionen laufen rein instinktiv im autonomen
Nervensystem ab. Wenn Kampf / Flucht erfolgreich waren, sind die
Stresshormone verbraucht und das Nervensystem entspannt sich wieder.
Das Tier (der Mensch) kehrt zurück zu einem natärlichen Zustand von gelassener Wachheit.
Wenn der Gefahr weder durch Kampf begegnet noch durch Flucht ausgewichen werden kann, können Stresshormone nicht abgebaut werden. Sie kreisen durch die Blutbahn und erzeugen weiterhin ein instinktives, körperlich erlebtes Gefühl von Bedrohung und Gefahr in der Gegenwart, auch wenn das ausläsende Ereignis schon vorbei ist. Das gilt für Tiere und Menschen.
Tiere in freier Wildbahn entladen die überschüssige aktivierte Energie instinktiv, sofort und immer. Meist indem sie sich schütteln, tief durchatmen, herumspringen, oder auch alles drei. So finden sie relativ schnell wieder in den Zustand entspannter Aufmerksamkeit.
Beim Menschen kann der Verstand die Instinkte überlagern. Die Stresshormone werden nicht abgebaut und bleiben im Körper. In einigen Fällen jahrelang.
Ein Mensch kann wohl mit dem Verstand das auslösende Ereignis verarbeitet oder vergessen oder auch unterdrückt haben und dennoch unter unerklärlichen Spannungen, Ängsten, Schmerzen und anderen posttraumatischen Symptomen leiden. Diese Symptome zeigen uns, dass der Organismus auch nach Jahren versucht, die hohen inneren Erregungszustände zu regulieren.
Im Somatic Experiencing® können wir dem Organismus bei der Integration und Lösung dieser Symptome helfen.
Zunächst werden in einem Therapiegespräch individuelle Ressourcen (Kraftquellen) erarbeitet und stabilisiert.
Alles,
was ein Gefühl des Wohlbefindens und Kraft hervorruft, wird als
Ressource gewertet. Das bewusste Erleben von eigenen Ressourcen kann zu
einer wichtigen Erfahrung von Sicherheit für einen Menschen werden.
Danach werden Reste von Aktivierung identifiziert und mit Hilfe verschiedener Techniken aus dem Nervensystem entladen.
Durch die Entladung wird Aktivierung schwächer bzw. ganz verschwinden.
Da die Techniken im Somatic Experiencing® so einfühlsam und schonend sind, können auch Kinder von SE profitieren.
„Weil traumatische Ereignisse oft eine Begegnung mit dem Tod in
sich tragen, führen sie oft zu außerordentlichen Reaktionen. Der
Transformationsprozess kann Menschen erlauben, sich selbst und andere
mehr wahrzunehmen. Die Heilungsreise kann ein „Erwachen”zu bisher
ungenutzten Ressourcen und dem Gefühl der persönlichen Kraft sein. Mit
der Hilfe dieser neuen Verbündeten können Menschen Türen öffnen zu
einer Art Wiedergeburt, zu einem gesteigerten Gefühl von Lebendigkeit
und Fluss. Diese Erfahrung kann ein echtes sprituelles Erwachen sein,
das Menschen erlaubt, sich erneut mit der Welt zu verbinden.”
Dr. Peter Levine